THG-Quote 2026: Diese Fristen sollten E-Auto-Fahrer kennen

9. Oktober 2026

THG-Quote 2026: Diese Fristen sollten E-Auto-Fahrer kennen


Wer ein rein elektrisches Fahrzeug fährt, kann sich jedes Jahr die THG-Prämie auszahlen lassen. Der Antrag dauert nur wenige Minuten, trotzdem verschenken viele Halter Geld, weil sie eine Frist übersehen. Für das Quotenjahr 2026 wird es jetzt ernst: Die gesetzliche Meldefrist beim Umweltbundesamt endet am 15. November 2026, und die meisten Anbieter schließen die Annahme bereits Ende Oktober. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Termine wirklich zählen, welche Fahrzeuge berechtigt sind und wie Sie Ihre Prämie für 2026 noch sicher beantragen.


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Was ist die THG-Quote überhaupt?


THG steht für Treibhausgasminderungsquote. Unternehmen, die Benzin und Diesel in Verkehr bringen, sind gesetzlich verpflichtet, die Emissionen ihrer Kraftstoffe Jahr für Jahr zu senken. Ein Weg, diese Pflicht zu erfüllen, ist der Kauf von Zertifikaten über eingesparte Emissionen. Genau hier kommen Sie als Halter eines Elektrofahrzeugs ins Spiel: Das Umweltbundesamt bescheinigt für Ihr Fahrzeug eine pauschale Einsparung, ein Anbieter bündelt diese Bescheinigungen und verkauft sie an die Mineralölwirtschaft. Sie erhalten dafür die THG-Prämie.


Die Rechtsgrundlage bilden § 37a des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und die 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung (38. BImSchV). Die gesetzliche Minderungsquote liegt 2026 bei 12 Prozent und steigt in den kommenden Jahren weiter an. Mit dem Zweiten Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote wurde das Ziel verschärft: Bis 2040 müssen die Verpflichteten ihre Emissionen um 65 Prozent reduzieren. Für Sie als Halter bedeutet das, dass die Nachfrage nach Zertifikaten aus der Elektromobilität langfristig bestehen bleibt.


Die wichtigsten Fristen für die THG-Quote 2026


15. November 2026: die gesetzliche Frist beim Umweltbundesamt


Für Strom, den Sie privat oder im Betrieb für Ihr Elektrofahrzeug nutzen, muss die Meldung beim Umweltbundesamt bis zum 15. November des jeweiligen Quotenjahres eingegangen sein. So regelt es § 8 Absatz 1 der 38. BImSchV. Für das Quotenjahr 2026 ist der Stichtag also der 15. November 2026. Diese Meldung übernimmt in aller Regel nicht der Halter selbst, sondern der THG-Anbieter, der die Anträge vieler Fahrzeuge gesammelt einreicht.


Ende Oktober 2026: der Annahmeschluss der Anbieter


Weil jeder Antrag vor der Weitergabe geprüft werden muss, liegt der Annahmeschluss bei den Anbietern immer vor der gesetzlichen Frist. Viele große Anbieter nehmen Anträge für 2026 nur bis zum 31. Oktober 2026 an, manche schließen noch früher. Maßgeblich für Sie ist deshalb nicht der 15. November, sondern die Frist Ihres Anbieters. Wer bis Anfang November wartet, riskiert, dass die Prämie für 2026 verfällt.


28. Februar: nicht Ihre Frist


In vielen Ratgebern taucht der 28. Februar des Folgejahres als THG-Frist auf. Dieser Termin betrifft ausschließlich Strom aus öffentlich zugänglichen Ladepunkten, also Betreiber von Ladesäulen. Für Ihr eigenes Fahrzeug spielt es keine Rolle.


Keine rückwirkende Beantragung


Ist das Quotenjahr abgeschlossen und die Frist verstrichen, lässt sich die Prämie für dieses Jahr nicht mehr nachholen. Eine rückwirkende Beantragung für 2026 ist im kommenden Jahr also nicht möglich.


Warum Sie nicht bis zur letzten Woche warten sollten


Der Antrag selbst ist schnell erledigt. Problematisch wird es, wenn etwas nachgebessert werden muss: ein unscharfes Foto der Zulassungsbescheinigung, eine abgeschnittene Ecke, unleserliche Halterdaten. Je näher das Fristende rückt, desto weniger Zeit bleibt für solche Korrekturen. Hinzu kommt, dass im Herbst besonders viele Halter gleichzeitig einreichen und die Bearbeitung entsprechend länger dauern kann.


Ein zweiter Punkt wird oft übersehen: Das Umweltbundesamt bescheinigt jedes Fahrzeug nur einmal pro Quotenjahr. Maßgeblich ist die Fahrzeug-Identifizierungsnummer. Hat der Vorbesitzer die Quote für 2026 bereits beantragt, lehnt das Amt jeden weiteren Antrag für dasselbe Fahrzeug ab. Wer 2026 ein gebrauchtes Elektrofahrzeug gekauft hat, sollte das beim Verkäufer erfragen. Umgekehrt gilt: Verkaufen Sie Ihr Fahrzeug nach der Antragstellung, dürfen Sie die Prämie behalten, sollten den Käufer aber darüber informieren.


Welche Fahrzeuge sind für die THG-Prämie 2026 berechtigt?


Berechtigt sind rein batterieelektrische Fahrzeuge mit deutscher Zulassung. Plug-in-Hybride, Vollhybride und Verbrenner sind ausgeschlossen. Entscheidend ist die Fahrzeugklasse, die Sie in Feld J Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I finden.


Pkw der Klasse M1 und leichte Nutzfahrzeuge der Klasse N1 sind die klassischen Fälle. Für Nutzfahrzeuge setzt das Umweltbundesamt seit 2023 höhere Schätzwerte an als für Pkw, weshalb die Prämie für einen Elektrotransporter der Klasse N1 in der Regel spürbar höher ausfällt. Das ist gerade für Handwerksbetriebe, Kommunen und Lieferdienste interessant, die mehrere Elektrotransporter oder Elektro-Kleintransporter im Einsatz haben: Die Prämie lässt sich für jedes Fahrzeug der Flotte einzeln beantragen.


Bei Leichtfahrzeugen kommt es auf die Zulassungspflicht an. Seit dem 29. Juli 2023 sind zulassungsfreie Fahrzeuge von der THG-Quote ausgeschlossen, auch wenn sie freiwillig zugelassen wurden. Das betrifft etwa Kleinkrafträder und leichte Vierradfahrzeuge bis 45 km/h, die nur ein Versicherungskennzeichen tragen, also unter anderem die Klassen L1e, L2e und L6e. Zulassungspflichtige Klassen wie L7e sind dagegen weiterhin berechtigt. Wer beispielsweise einen ARI 802 als Leichtfahrzeug der Klasse L7e fährt, kann die Prämie also jährlich beantragen. Halter von Lastenmopeds mit Versicherungskennzeichen gehen dagegen leer aus.


Auch Firmen- und Leasingfahrzeuge sind berechtigt. Voraussetzung ist, dass Sie als Halter im Fahrzeugschein stehen. Andernfalls steht die Prämie dem eingetragenen Halter zu, etwa Ihrem Arbeitgeber oder der Leasinggesellschaft.


So hoch fällt die THG-Prämie 2026 aus


Die Höhe der Prämie ist nicht gesetzlich festgelegt. Sie hängt vom Marktpreis der Zertifikate, von der Fahrzeugklasse und vom Geschäftsmodell des Anbieters ab. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten: Bei einer Festprämie kennen Sie den Betrag von Anfang an, das Preisrisiko trägt der Anbieter. Bei einer variablen Prämie profitieren Sie von steigenden Preisen, tragen aber auch das Risiko sinkender Preise.


Unser Partner climate.karma zahlt für das Quotenjahr 2026 eine feste Prämie von 300 Euro für Pkw der Klasse M1 und 450 Euro für Nutzfahrzeuge der Klasse N1 (Stand: 30. September 2026). Auf Wunsch können Sie 25 Euro davon an ein zertifiziertes Klimaschutzprojekt spenden. Wer sich gleich für 2026 und 2027 registriert, erhält zusätzlich einen Kombi-Bonus von 10 Euro. Die aktuellen Konditionen finden Sie direkt auf der Partnerseite von climate.karma.


Bis das Geld auf Ihrem Konto ist, vergehen häufig mehrere Monate. Der Grund liegt nicht beim Anbieter, sondern im Verfahren: Erst nach der Bescheinigung durch das Umweltbundesamt kann die Quote verkauft und ausgezahlt werden. Umso wichtiger ist es, den Antrag frühzeitig zu stellen.


THG-Prämie und Steuern: Was privat und gewerblich gilt


Für Privatpersonen ist die THG-Prämie steuerfrei. Sie müssen sie weder in der Einkommensteuererklärung angeben noch versteuern.


Anders sieht es aus, wenn das Fahrzeug einem Unternehmen gehört oder dem Betriebsvermögen zugeordnet ist. Dann handelt es sich bei der Prämie um eine Betriebseinnahme, die entsprechend versteuert wird. Bei umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen kann zudem Umsatzsteuer anfallen. Klären Sie die genaue Behandlung im Zweifel mit Ihrer Steuerberatung.


Die THG-Prämie ist dabei nur ein Baustein unter mehreren finanziellen Vorteilen der Elektromobilität. Reine Elektrofahrzeuge sind von der Kfz-Steuer befreit, gewerbliche Käufer können zusätzlich die Sonderabschreibung von 75 Prozent im Jahr der Anschaffung nutzen, die bis Ende 2027 gilt und ausdrücklich auch für gebrauchte Elektrofahrzeuge in Anspruch genommen werden kann. Hinzu kommen je nach Bundesland und Kommune eigene Förderprogramme. Einen Überblick gibt unser Beitrag Welche Förderung kann ich für mein ARI Motors Elektroauto in Deutschland erhalten?


Checkliste vor dem Antrag


Bevor Sie den Antrag abschicken, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Unterlagen. Sie benötigen lediglich ein Foto oder einen Scan der Vorderseite Ihrer Zulassungsbescheinigung Teil I.


  • Handelt es sich um ein rein batterieelektrisches Fahrzeug einer berechtigten Klasse (Feld J)?
  • War das Fahrzeug 2026 auf Sie zugelassen?
  • Sind Kennzeichen, Fahrzeug-Identifizierungsnummer und Halterdaten gut lesbar und vollständig abgebildet?
  • Wurde die Quote für 2026 noch nicht von Ihnen oder einem Vorbesitzer bei einem anderen Anbieter beantragt?

Fazit: Jetzt handeln, statt Geld zu verschenken


Die THG-Quote ist eine der einfachsten Möglichkeiten, mit einem Elektrofahrzeug jedes Jahr bares Geld zu verdienen. Für das Quotenjahr 2026 bleibt allerdings nicht mehr viel Zeit: Die gesetzliche Frist endet am 15. November, die meisten Anbieter nehmen Anträge nur bis Ende Oktober an. Wer jetzt beantragt, hat genug Puffer für eventuelle Korrekturen und sichert sich die Prämie für dieses Jahr. Und wer sich direkt für 2027 mit anmeldet, muss im kommenden Jahr an keine Frist mehr denken.


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Häufige Fragen zur THG-Quote 2026


Bis wann muss ich die THG-Quote 2026 beantragen?


Die gesetzliche Meldefrist beim Umweltbundesamt ist der 15. November 2026. Da Anbieter die Anträge vorher prüfen und gebündelt einreichen, liegt ihr Annahmeschluss früher, häufig am 31. Oktober 2026. Maßgeblich ist die Frist Ihres Anbieters.


Kann ich die THG-Quote nachträglich für ein vergangenes Jahr beantragen?


Nein. Ist die Frist für ein Quotenjahr abgelaufen, verfällt der Anspruch für dieses Jahr endgültig.


Muss ich die THG-Prämie versteuern?


Als Privatperson nicht, die Prämie ist steuerfrei. Gehört das Fahrzeug zum Betriebsvermögen, ist die Prämie eine Betriebseinnahme und wird versteuert.


Bekomme ich die THG-Prämie auch für einen Elektrotransporter?


Ja. Nutzfahrzeuge der Klasse N1 sind berechtigt und erhalten in der Regel sogar eine höhere Prämie als Pkw, weil das Umweltbundesamt für sie höhere Schätzwerte ansetzt.


Gilt die THG-Quote auch für Leichtfahrzeuge?


Nur für zulassungspflichtige Klassen wie L7e. Zulassungsfreie Fahrzeuge mit Versicherungskennzeichen, etwa der Klassen L1e, L2e oder L6e, sind seit Juli 2023 ausgeschlossen.


Ich habe mein Elektrofahrzeug 2026 gebraucht gekauft. Kann ich die Quote beantragen?


Nur, wenn der Vorbesitzer die Quote für 2026 noch nicht beantragt hat. Das Umweltbundesamt bescheinigt jedes Fahrzeug nur einmal pro Jahr, der erste Antrag zählt.


Kann ich die THG-Quote jedes Jahr neu beantragen?


Ja, solange Sie Halter eines berechtigten Fahrzeugs sind. Bei vielen Anbietern, auch bei climate.karma, können Sie sich direkt für mehrere Jahre registrieren.


Quellen: Umweltbundesamt, Vollzug 38. BImSchV: Anrechnung von Strom für Elektrofahrzeuge; § 37a BImSchG; § 8 der 38. BImSchV. Alle Angaben ohne Gewähr, Stand: 30. September 2026. Dieser Beitrag ersetzt keine steuerliche Beratung.


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