18. September 2026
E-Autos als Notstromquelle: 77 Prozent fühlen sich damit sicherer
Ein Elektroauto kann nicht nur Strom aufnehmen. Mit der passenden Technik kann seine Batterie Energie auch wieder abgeben – an elektrische Geräte, an ein Gebäude oder künftig an das Stromnetz. Wie groß das Interesse daran ist, zeigt eine repräsentative Befragung des Digitalverbands Bitkom unter 1.002 Haushalten in Deutschland.
Das deutlichste Ergebnis betrifft Stromausfälle: 77 Prozent der Befragten würden sich sicherer fühlen, wenn sie ihr E-Auto dann als Stromspeicher nutzen könnten. Für viele Menschen wird die Fahrzeugbatterie damit zu mehr als einem Antrieb – sie kann zusätzlich zur Energieversorgung beitragen.
Was die Bitkom-Befragung zeigt
64 Prozent finden es grundsätzlich praktisch, ein Elektroauto als Stromspeicher zu nutzen. Für 55 Prozent würde ein E-Auto attraktiver, wenn sich seine Batterie auch zur Stromversorgung einsetzen ließe. 52 Prozent sehen darin einen Beitrag zu einer sicheren Energieversorgung, 44 Prozent wünschen sich eine stärkere Förderung durch die Politik.
Gleichzeitig ist das Thema noch nicht überall bekannt. 46 Prozent hatten zum Zeitpunkt der Befragung bereits von bidirektionalem Laden gehört, 45 Prozent dagegen noch nicht. Das zeigt: Das Interesse ist groß, doch viele Haushalte benötigen verständliche Informationen darüber, was technisch möglich ist und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.
So wird das E-Auto zum Stromspeicher
Beim herkömmlichen Laden fließt Strom aus dem Netz in die Fahrzeugbatterie. Bidirektionales Laden ergänzt den Weg zurück: Ein geeignetes Elektrofahrzeug kann gespeicherte Energie wieder abgeben. Bitkom nennt dafür zwei anschauliche Beispiele. So kann das Auto Solarstrom vom eigenen Dach zwischenspeichern und ihn später im Haushalt nutzbar machen. Bei einem Stromausfall kann die Batterie außerdem ausgewählte Verbraucher weiter mit Energie versorgen.
Je nach Einsatzbereich werden verschiedene Begriffe verwendet:
- Vehicle to Load (V2L): Das Fahrzeug versorgt einzelne elektrische Geräte direkt mit Strom.
- Vehicle to Home (V2H): Energie aus der Fahrzeugbatterie wird in ein entsprechend vorbereitetes Hausnetz eingespeist.
- Vehicle to Grid (V2G): Das Fahrzeug gibt Strom kontrolliert an das öffentliche Netz zurück.
Einen ausführlichen Überblick über die Netzintegration bietet unser Beitrag Was ist Vehicle to Grid?.
Notstromversorgung braucht die richtige Technik
Ein E-Auto lässt sich nicht einfach über eine gewöhnliche Steckdose mit dem Hausnetz verbinden. Für eine Notstromversorgung muss die gesamte Anlage dafür ausgelegt sein. Fahrzeug, Ladehardware, Leistungselektronik und Gebäudetechnik müssen zusammenpassen. Auch die sichere Trennung vom öffentlichen Netz ist entscheidend und gehört in die Hände eines Fachbetriebs.
Wie lange die Batterie Energie liefern kann, hängt von ihrer Kapazität, ihrem Ladezustand und dem Verbrauch der angeschlossenen Geräte ab. Beleuchtung, Router, Smartphones oder Kühlgeräte benötigen wesentlich weniger Leistung als elektrische Heizungen oder die Warmwasserbereitung. Deshalb sollte vorab festgelegt werden, welche Verbraucher im Notfall wirklich versorgt werden sollen und wie viel Restladung für die nächste Fahrt im Akku bleiben muss.
V2L macht den Zusatznutzen schon heute greifbar
Während V2H und V2G eine abgestimmte Lade- und Gebäudeinfrastruktur benötigen, ist V2L für viele Anwendungen der einfachste Einstieg. Das Fahrzeug wird dabei zur mobilen Stromquelle – etwa für Elektrowerkzeuge, Beleuchtung, Kühlgeräte oder technisches Equipment.
Beim ARI 458 Pro ist optional eine Vehicle-to-Load-Funktion mit 230-Volt-Anschluss erhältlich. Je nach Ausführung können darüber 1.000, 2.000 oder 3.000 Watt bereitgestellt werden. Für Handwerksbetriebe, mobile Verkaufsstände oder Einsätze abseits einer festen Stromversorgung kann das einen direkten praktischen Nutzen bieten. Bei einem Stromausfall lassen sich damit auch ausgewählte kleinere Geräte betreiben.
V2L ist jedoch nicht mit einer vollständigen Haus-Notstromversorgung gleichzusetzen. Es versorgt direkt angeschlossene Verbraucher, während V2H eine dafür vorbereitete elektrische Anlage voraussetzt. Mehr zur mobilen Stromversorgung finden Sie in unserem Ratgeber zur 230V-Steckdose für ARI-Elektrofahrzeuge.
Auch für Betriebe und Stromnetze interessant
Bidirektionales Laden kann über den einzelnen Haushalt hinausgehen. Fahrzeuge stehen oft viele Stunden ungenutzt auf dem Betriebshof oder zu Hause. In dieser Zeit könnten sie künftig Strom aufnehmen, wenn viel erneuerbare Energie verfügbar ist, und ihn bei Bedarf wieder abgeben. Bitkom sieht darin zusätzliches Potenzial für mehr Flexibilität und Stabilität im Stromsystem.
Gerade elektrische Nutzfahrzeuge mit planbaren Einsatzzeiten sind dafür interessant. Der ARI 1710 ist mit Batteriekapazitäten bis 100 kWh erhältlich. Ob und in welcher Form ein Fahrzeug als Speicher eingebunden werden kann, hängt jedoch immer von seiner konkreten Ausstattung, der Ladeinfrastruktur und dem Energiemanagement ab.
Welche Möglichkeiten elektrische Nutzfahrzeuge als mobile Speicher eröffnen, erklärt auch unser Magazinbeitrag ARI Motors Elektroautos als mobiler Stromspeicher.
Was für eine breite Nutzung noch fehlt
Bitkom fordert, bidirektionales Laden schneller aus Pilotprojekten und ersten Marktangeboten in die praktische Breite zu bringen. Dafür brauche es passende regulatorische Rahmenbedingungen, eine schnellere Digitalisierung des Energiesystems – etwa durch mehr intelligente Messsysteme – und leicht verständliche Angebote für Verbraucherinnen und Verbraucher.
Für Interessierte bleiben vor allem fünf Fragen wichtig:
- Welche Funktion unterstützt das Fahrzeug tatsächlich: V2L, V2H oder V2G?
- Welche Leistung kann die Batterie dauerhaft abgeben?
- Sind Wallbox, Wechselrichter und Energiemanagement miteinander kompatibel?
- Ist eine sichere Netztrennung für den Notstrombetrieb vorhanden?
- Wie viel Restladung soll jederzeit für die nächste Fahrt verfügbar bleiben?
Fazit: Die Batterie wird zum zusätzlichen Kaufargument
Die Bitkom-Befragung zeigt, dass viele Haushalte im E-Auto künftig nicht nur ein Verkehrsmittel sehen. Besonders die mögliche Nutzung bei Stromausfällen schafft Vertrauen: 77 Prozent würden sich mit einem E-Auto als Stromspeicher sicherer fühlen. Mehr als die Hälfte fände ein Elektroauto attraktiver, wenn es diese zusätzliche Aufgabe übernehmen könnte.
V2L macht einen Teil dieses Nutzens bereits heute praktisch erlebbar. V2H und V2G können künftig Haushalte, Betriebe und Stromnetze stärker miteinander verbinden – vorausgesetzt, Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und rechtliche Rahmenbedingungen passen zusammen.
Entdecken Sie die elektrischen Nutzfahrzeuge von ARI Motors.
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