Gebrauchte E-Autos verkaufen sich schneller als Diesel: Was die neuen DAT-Zahlen bedeuten

22. Oktober 2026

Gebrauchte E-Autos verkaufen sich schneller als Diesel: Was die neuen DAT-Zahlen bedeuten


Lange galt das gebrauchte Elektroauto als Ladenhüter mit unsicherem Wiederverkaufswert. Die aktuellen Zahlen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) zeichnen ein anderes Bild: Gebrauchte E-Autos stehen inzwischen kürzer beim Händler als Diesel und Benziner, und ihre Restwerte steigen gegen den üblichen Jahrestrend. Wir zeigen Ihnen, was hinter der Entwicklung steckt und was sie für private und gewerbliche Käufer bedeutet.


74 statt 92 Tage: Stromer drehen sich schneller


Die wohl deutlichste Kennzahl betrifft die Standzeit. Laut DAT braucht ein Händler für einen gebrauchten Diesel aktuell im Schnitt 92 Tage bis zum Verkauf, für einen Benziner 84 Tage. Ein gebrauchtes Elektroauto ist dagegen bereits nach durchschnittlich 74 Tagen vom Hof. Damit hat sich das Verhältnis innerhalb weniger Monate umgekehrt: Bis einschließlich Mai dauerte der Verkauf eines Stromers noch spürbar länger als der eines Verbrenners.


Für den Handel ist das ein wichtiges Signal. Kurze Standzeiten bedeuten weniger gebundenes Kapital und geringeres Preisrisiko, weshalb Händler gefragte Fahrzeuge bevorzugt ankaufen. Das gebrauchte E-Auto entwickelt sich damit vom Risikoposten zum sogenannten Schnelldreher.


Restwerte steigen entgegen dem üblichen Trend


Auch bei den Restwerten zeigt sich eine Trendwende. Zwischen Mai und August 2026 legten die Restwerte dreijähriger Elektroautos nach DAT-Angaben um 1,4 Prozentpunkte zu. Im selben Zeitraum verloren Benziner 0,4 und Diesel sogar 1,1 Prozentpunkte. Bemerkenswert ist das vor allem deshalb, weil die DAT-Restwerte im Jahresverlauf normalerweise leicht nachgeben.


In absoluten Werten liegen Verbrenner zwar noch vorn. Ein dreijähriges Elektroauto erzielt beim Händlerverkauf aktuell im Schnitt 51,5 Prozent seines ursprünglichen Listenpreises, ein Diesel 58 Prozent und ein Benziner 59,4 Prozent. Der Abstand ist allerdings deutlich geschrumpft. Im November 2025 lag das Elektroauto noch bei 48,4 Prozent, der Benziner bei 62,6 und der Diesel bei 61,2 Prozent. Die Lücke zum Benziner hat sich damit innerhalb von rund zehn Monaten von gut 14 auf knapp 8 Prozentpunkte fast halbiert, die zum Diesel von knapp 13 auf 6,5 Prozentpunkte.


Treiber Nummer eins: die Spritpreise


Als wichtigsten Grund nennt die DAT die seit März 2026 hohen Kraftstoffpreise. Sie haben die Nachfrage nach neuen wie gebrauchten Elektroautos spürbar erhöht, sodass das Angebot an gebrauchten Stromern zeitweise knapp wurde. Dass der Effekt erst ab Mai in den Zahlen sichtbar wird, erklären die Marktbeobachter mit dem Vorlauf, den eine Kaufentscheidung in der Regel braucht. Hinzu kommt, dass sich mit der Zeit gezeigt hat, dass die hohen Preise an der Zapfsäule keine kurze Episode sind.


Damit rückt ein Argument in den Vordergrund, das für Elektrofahrzeuge schon immer galt: Entscheidend sind nicht allein die Anschaffungskosten, sondern die Kosten über die gesamte Nutzungsdauer. Wie deutlich Elektrofahrzeuge im laufenden Betrieb vorn liegen, hat zuletzt auch eine Studie des ICCT gezeigt.


Noch eine Nische, aber mit klarer Richtung


Bei aller Dynamik bleibt der Gebrauchtmarkt für Elektroautos überschaubar. Nach Daten des Kraftfahrt-Bundesamts entfielen im August 2026 rund 5,3 Prozent aller Besitzumschreibungen auf reine Elektroautos. Ein Jahr zuvor waren es allerdings erst 3,9 Prozent. Die Richtung ist also eindeutig, und mit jedem Jahr kommen mehr junge Gebrauchte aus Leasing und Flotten auf den Markt.


Was die Entwicklung für Sie bedeutet


Für Käufer, die über ein gebrauchtes Elektrofahrzeug nachdenken, bedeutet der Trend vor allem eines: Gute Angebote sind gefragt und bleiben nicht lange verfügbar. Wer ein passendes Fahrzeug findet, sollte zügig entscheiden. Wer hingegen heute ein neues Elektrofahrzeug kauft, kann mit wachsender Zuversicht auf einen stabilen Wiederverkaufswert blicken, denn die Sorge vor dem Wertverfall verliert mit jedem Monat an Gewicht.


Für Gewerbetreibende gibt es zusätzlich einen steuerlichen Hebel. Die Sonderabschreibung für Elektrofahrzeuge erlaubt es, bis zu 75 Prozent der Anschaffungskosten bereits im ersten Jahr geltend zu machen. Laut Bundesfinanzministerium gilt sie ausdrücklich auch für gebrauchte Elektrofahrzeuge, sofern sie bis Ende 2027 angeschafft werden und zum Anlagevermögen gehören. Hinzu kommt die THG-Quote, die Halter eines Elektrofahrzeugs jährlich beantragen können. Einen Überblick über weitere Programme finden Sie in unserer Rubrik Förderung.


Die DAT-Zahlen beziehen sich auf Elektro-Pkw. Für elektrische Leicht- und Nutzfahrzeuge gelten eigene Marktmechanismen, die Grundlogik ist jedoch dieselbe: Wo Energie teuer ist, gewinnt das Fahrzeug mit den niedrigeren Betriebskosten. Gerade im gewerblichen Kurzstreckeneinsatz, etwa im Lieferverkehr, in der Kommunaltechnik oder im Facility-Management, rechnen sich kompakte Elektrotransporter wie der ARI 458 Pro besonders schnell. Welches Fahrzeug zu Ihrem Einsatz passt, besprechen wir gern persönlich mit Ihnen. Nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf.


Gebrauchte ARI-Fahrzeuge auf Kompori


Wenn Sie den Einstieg in die Elektromobilität mit einem gebrauchten Fahrzeug planen, finden Sie ARI-Fahrzeuge auf dem Elektro-Marktplatz Kompori. Das Angebot reicht vom kompakten ARI 802 über den ARI 458 mit Pritsche, Koffer oder Kipper und den Transporter ARI 901 bis zum Lastentrike ARI 345. Viele Fahrzeuge werden mit neuem TÜV und frischer Inspektion direkt in Borna angeboten. Kompori stellt dabei die Angaben in den Vordergrund, die bei einem Elektrofahrzeug wirklich zählen, etwa Reichweite und Akkutyp, und prüft Inserate vor der Veröffentlichung. Da gefragte Modelle schnell vergeben sind, lohnt sich ein regelmäßiger Blick in die aktuellen Angebote auf Kompori.



Häufig gestellte Fragen


Verkaufen sich gebrauchte Elektroautos wirklich schneller als Diesel?


Ja. Laut DAT stehen gebrauchte Elektroautos aktuell im Schnitt 74 Tage beim Händler, Benziner 84 Tage und Diesel 92 Tage. Bis Mai 2026 war das Verhältnis noch umgekehrt.


Wie hoch ist der Restwert eines gebrauchten Elektroautos?


Ein dreijähriges Elektroauto erzielt laut DAT derzeit im Schnitt 51,5 Prozent seines Listenneupreises. Das ist weniger als bei Diesel (58 Prozent) und Benziner (59,4 Prozent), der Abstand ist seit November 2025 jedoch deutlich geschrumpft.


Warum steigen die Restwerte von E-Autos gerade?


Hauptgrund sind die seit März 2026 hohen Kraftstoffpreise. Sie haben die Nachfrage nach Elektroautos erhöht, während das Angebot an gebrauchten Modellen zeitweise knapp war.


Gilt die Sonderabschreibung auch für gebrauchte Elektrofahrzeuge?


Ja. Das Bundesfinanzministerium hat klargestellt, dass die Sonderabschreibung von bis zu 75 Prozent im ersten Jahr auch für gebrauchte Elektrofahrzeuge gilt, die bis Ende 2027 angeschafft werden und zum Anlagevermögen eines Unternehmens gehören.


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