14. Oktober 2026
E-Auto-Förderung: Wie lange reicht der Fördertopf noch?
Die E-Auto-Förderung des Bundes läuft deutlich schneller an als geplant. Bis zum 1. Oktober 2026 hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) 97.790 Anträge bewilligt und 432 Millionen Euro ausgezahlt. Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte Anfang Oktober, das Programm habe die Erwartungen weit übertroffen. Damit stellt sich für alle, die den Kauf eines Elektroautos planen, eine naheliegende Frage: Wie lange reicht das Geld noch? Wir haben auf Basis der offiziellen BAFA-Zahlen nachgerechnet.
Das Budget: 3 Milliarden Euro für rund 800.000 Fahrzeuge
Nach Angaben des Bundesumweltministeriums stehen für die E-Auto-Förderung im Zeitraum 2026 bis 2029 insgesamt drei Milliarden Euro zur Verfügung. Das Ministerium ging bei der Planung davon aus, damit rund 800.000 Fahrzeuge fördern zu können. Rechnerisch entspricht das einer durchschnittlichen Prämie von 3.750 Euro pro Fahrzeug und etwa 200.000 Förderfällen pro Jahr.
Gefördert werden Privatpersonen, die ein neues Elektroauto oder einen Plug-in-Hybrid kaufen oder leasen, sofern das Fahrzeug seit dem 1. Januar 2026 erstmals in Deutschland zugelassen wurde. Der Antrag kann bis zu zwölf Monate nach der Erstzulassung gestellt werden.
So schnell fließt das Geld ab
Das BAFA veröffentlicht seit August 2026 monatlich einen Zwischenbericht. Die drei bisherigen Berichte zeigen ein deutlich steigendes Tempo:
| Stichtag | Bewilligungen gesamt | Ausgezahlt gesamt | Ausgezahlt im Vormonat |
|---|---|---|---|
| 1. August 2026 | 26.875 | 117 Mio. Euro | k. A. |
| 1. September 2026 | 52.473 | 230 Mio. Euro | 113 Mio. Euro |
| 1. Oktober 2026 | 97.790 | 432 Mio. Euro | 202 Mio. Euro |
Im September hat das BAFA damit fast doppelt so viel Geld ausgezahlt wie im August. Bezogen auf das Gesamtbudget sind nach knapp fünf Monaten Antragsbetrieb gut 14 Prozent der Mittel abgeflossen. Rund 2,57 Milliarden Euro stehen noch zur Verfügung.
Die Prämie fällt höher aus als geplant
Ein zweiter Faktor wirkt sich auf die Reichweite des Budgets aus: Die durchschnittliche Prämie liegt über dem Planwert. Rechnerisch erhielt jeder geförderte Haushalt bislang rund 4.420 Euro statt der kalkulierten 3.750 Euro. Der Grund ist die soziale Staffelung, die genau so wirkt wie beabsichtigt. Gut die Hälfte aller Bewilligungen geht an Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 45.000 Euro, die für ein reines Elektroauto 5.000 bis 6.000 Euro erhalten. Zudem entfallen rund 92 Prozent der Bewilligungen auf reine Elektroautos, die höher gefördert werden als Plug-in-Hybride.
Bleibt der Durchschnitt auf diesem Niveau, reichen drei Milliarden Euro rechnerisch für rund 680.000 statt 800.000 Fahrzeuge.
Drei Szenarien: Wann könnte der Topf leer sein?
Wie lange die verbleibenden 2,57 Milliarden Euro reichen, hängt vor allem davon ab, wie sich das Antragstempo entwickelt. Die folgenden Szenarien sind eigene Modellrechnungen auf Basis der BAFA-Zahlen und keine offizielle Prognose.
Szenario 1: Das Tempo bleibt auf September-Niveau. Zahlt das BAFA weiterhin rund 200 Millionen Euro pro Monat aus, wäre das Budget nach knapp 13 Monaten aufgebraucht, also etwa im Herbst 2027.
Szenario 2: Das Tempo halbiert sich. Ein Teil des aktuellen Volumens geht auf Anträge für Fahrzeuge zurück, die bereits zwischen Januar und Mai 2026 zugelassen wurden, als das Antragsportal noch nicht geöffnet war. Ist dieser Stau abgearbeitet, könnte die monatliche Auszahlung sinken. Bei rund 100 Millionen Euro pro Monat würden die Mittel bis etwa Ende 2028 reichen.
Szenario 3: Die Förderung folgt dem ursprünglichen Plan. Rund 200.000 Förderfälle pro Jahr entsprechen bei der geplanten Durchschnittsprämie etwa 750 Millionen Euro jährlich. In diesem Fall würde das Budget wie vorgesehen bis 2029 reichen.
Welches Szenario eintritt, lässt sich heute nicht sagen. Gegen eine schnelle Abschwächung spricht, dass laufend neue, günstige Modelle auf den Markt kommen und die Nachfrage im Kleinwagensegment hoch ist. Für eine Abschwächung spricht der einmalige Effekt der rückwirkenden Antragstellung. Offen ist zudem, wie die Mittel haushaltsrechtlich auf die einzelnen Jahre verteilt sind und ob die Bundesregierung das Programm bei hoher Nachfrage anpasst.
Was ein vorzeitiges Ende bedeuten würde
Die Erfahrung mit dem Umweltbonus zeigt, dass Förderprogramme auch kurzfristig enden können. Die frühere Kaufprämie wurde Ende 2023 aus Haushaltsgründen abrupt eingestellt. Wer sein Fahrzeug bereits gekauft, aber noch keinen Antrag gestellt hatte, ging damals leer aus. Ob und wie ein solcher Fall bei der aktuellen Förderung geregelt würde, sollten Sie im Zweifel direkt beim BAFA erfragen.
Für Kaufinteressierte heißt das: Entscheidend ist nicht nur, dass das Fahrzeug förderfähig ist, sondern auch, dass der Antrag zügig nach der Zulassung gestellt wird. Die Zwölf-Monats-Frist ist eine Obergrenze, keine Empfehlung. Welche Unterlagen Sie benötigen und wer antragsberechtigt ist, lesen Sie in unserem Beitrag E-Auto-Förderung 2026: Wer kann den Antrag stellen?
Förderfähige Elektroautos von ARI Motors
Wer die Förderung noch nutzen möchte, findet bei ARI Motors zwei förderfähige Modelle. Der ARI Poly ist als fünftüriger Pkw der Klasse M1 direkt förderfähig und je nach Akku mit bis zu 410 Kilometern Reichweite erhältlich. Der ARI Bruni wird mit der Umstufung von L7e auf M1 für 490 Euro netto förderfähig. Je nach Einkommen und Kinderzahl sind für beide Modelle bis zu 6.000 Euro Zuschuss möglich. Einen Überblick über beide Fahrzeuge und die Förderung finden Sie im Beitrag E-Auto-Förderung 2026: Bis zu 6.000 € Prämie für ARI Poly & ARI Bruni sichern.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Geld steht für die E-Auto-Förderung zur Verfügung?
Laut Bundesumweltministerium sind es drei Milliarden Euro für den Zeitraum 2026 bis 2029. Bis zum 1. Oktober 2026 wurden davon 432 Millionen Euro ausgezahlt.
Wann ist der Fördertopf der E-Auto-Förderung leer?
Ein offizielles Datum gibt es nicht. Bleibt das Auszahlungstempo vom September 2026 bestehen, wäre das Budget rechnerisch im Herbst 2027 erschöpft. Sinkt die Nachfrage, könnten die Mittel bis 2028 oder 2029 reichen.
Warum reicht das Geld für weniger Fahrzeuge als geplant?
Die durchschnittliche Prämie liegt mit rund 4.420 Euro über dem Planwert von 3.750 Euro, weil besonders viele Haushalte mit niedrigem Einkommen die höheren Förderstufen erhalten.
Bis wann muss ich den Antrag stellen?
Der Antrag muss spätestens zwölf Monate nach der Erstzulassung beim BAFA eingehen. Da das Budget begrenzt ist, empfiehlt es sich, den Antrag möglichst bald nach der Zulassung zu stellen.
Jetzt beraten lassen
Sie möchten wissen, wie hoch Ihre Förderung ausfallen kann und welches Modell zu Ihnen passt? Vereinbaren Sie eine kostenlose Probefahrt direkt bei Ihnen vor Ort oder kontaktieren Sie unser Team über die Kontaktseite.
Quellen: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Zwischenberichte zur E-Auto-Förderung, Stand 1. August, 1. September und 1. Oktober 2026; Bundesumweltministerium, Pressemitteilung vom 5. Oktober 2026 sowie Angaben zum Programmbudget. Durchschnittswerte und Szenarien sind eigene Modellrechnungen und keine offizielle Prognose. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht. Alle Angaben ohne Gewähr.
Das könnte Sie auch interessieren