21. August 2026
E-Auto kaufen: Warum 90 Prozent wieder elektrisch wählen
Elektromobilität wird in Deutschland zunehmend zur normalen Kaufoption. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 war rund jeder vierte neu zugelassene Pkw ein Elektroauto. Gleichzeitig zeigt eine aktuelle E.ON-Umfrage, dass beim E-Auto-Kauf nicht nur Klimaschutz zählt. Für viele Fahrerinnen und Fahrer sind vor allem geringere Energiekosten und die Unabhängigkeit von fossilen Kraftstoffen entscheidend.
Besonders deutlich ist die Zufriedenheit derjenigen, die bereits elektrisch unterwegs sind: 90 Prozent der befragten E-Auto-Fahrer würden sich beim nächsten Kauf oder Leasing erneut für ein rein elektrisches Modell entscheiden. Für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen ist das ein starkes Signal. Elektrofahrzeuge kommen im Alltag an und überzeugen zunehmend durch praktische und wirtschaftliche Argumente.
Elektroauto-Zulassungen erreichen 2026 neue Höchststände
Nach den im Bericht genannten Zahlen wurden 2026 bis zum Zeitpunkt der Auswertung fast 450.000 rein elektrische Pkw neu zugelassen. Im Juni waren Elektroautos demnach erstmals die stärkste Antriebsart bei den Neuzulassungen. Der Hochlauf der Elektromobilität ist damit nicht mehr nur eine Prognose, sondern deutlich auf deutschen Straßen sichtbar.
Auch die Kaufabsicht rückt näher an klassische Antriebe heran. Unter allen Befragten der E.ON-Studie würden sich 26 Prozent beim nächsten Fahrzeugkauf oder Leasing für ein reines Elektroauto entscheiden. Ein Benziner kommt auf 29,5 Prozent, ein Diesel auf 14 Prozent. Das E-Auto liegt damit nur noch knapp hinter dem Benziner.
Geringere Energiekosten sind das wichtigste Kaufmotiv
Die Gründe für den Umstieg sind überraschend pragmatisch. 56 Prozent der befragten E-Auto-Fahrer nennen geringere Energiekosten gegenüber Benzin und Diesel als entscheidendes Motiv. Mehr als 44 Prozent schätzen die größere Unabhängigkeit von fossiler Energie. Der Klimaschutz folgt mit knapp 42 Prozent. Niedrigere Ausgaben für Wartung, Steuern und Parken werden von knapp 37 Prozent als Grund genannt.
Diese Reihenfolge zeigt: Elektromobilität wird nicht allein aus Überzeugung gewählt, sondern immer häufiger auf Basis einer Kosten-Nutzen-Rechnung. Wer zu Hause oder am Unternehmensstandort laden kann, hat seinen Energiepreis besser im Blick. Eigener Solarstrom oder ein intelligenter Stromtarif kann die Ladekosten zusätzlich beeinflussen. Für eine belastbare Entscheidung sollten jedoch immer der konkrete Tarif, der Verbrauch und das tatsächliche Fahrprofil betrachtet werden.
90 Prozent würden erneut ein E-Auto wählen
Die Wiederwahlquote ist der stärkste Wert der Umfrage. Neun von zehn heutigen E-Auto-Fahrerinnen und -Fahrern würden beim nächsten Fahrzeug erneut rein elektrisch fahren. Jeweils knapp vier Prozent würden zu einem Hybrid oder Plug-in-Hybrid wechseln, knapp drei Prozent sind noch unentschlossen.
Eine hohe Wiederwahlabsicht deutet darauf hin, dass viele anfängliche Bedenken im Alltag an Bedeutung verlieren. Wer Reichweite, Laden und Fahrzeugnutzung praktisch erlebt hat, bewertet den Elektroantrieb offenbar häufig positiv. Für Unternehmen ist diese Erfahrung besonders relevant: Ein elektrisches Fahrzeug muss nicht jede denkbare Strecke abdecken, sondern zuverlässig zum vorgesehenen Einsatzprofil passen.
Diese Fragen bremsen den Umstieg noch
Trotz steigender Zulassungszahlen bleiben Informationslücken. Unter den Befragten, die sich derzeit nicht für ein reines Elektroauto entscheiden würden, wünschen sich 28 Prozent mehr Informationen zum Wiederverkaufswert und zur Lebensdauer der Batterie. Ebenfalls knapp 28 Prozent möchten die Kosten des öffentlichen Ladens besser einschätzen können. Für 26 Prozent ist die Reichweite im Alltag die zentrale offene Frage.
Diese Punkte sollten vor dem Kauf konkret beantwortet werden. Pauschale Aussagen helfen wenig, denn die passende Reichweite hängt vom Einsatz ab. Ebenso unterscheiden sich die Ladekosten deutlich danach, ob zu Hause, am Betrieb, unterwegs per Vertrag oder spontan an einer öffentlichen Säule geladen wird. Beim Restwert spielen unter anderem Fahrzeugklasse, Batteriezustand, Nutzung und Marktentwicklung eine Rolle.
Was Unternehmen vor dem E-Auto-Kauf prüfen sollten
Für Betriebe ist nicht die größtmögliche Reichweite entscheidend, sondern ein Fahrzeug, das die täglichen Aufgaben wirtschaftlich erfüllt. Eine strukturierte Prüfung schafft Klarheit:
- Tägliche Fahrleistung: Wie viele Kilometer fährt das Fahrzeug normalerweise und welche Reserven werden benötigt?
- Standzeiten: Kann am Betriebshof, über Nacht oder während längerer Pausen geladen werden?
- Ladekosten: Welcher Strompreis gilt am eigenen Standort und wie oft ist öffentliches Laden nötig?
- Transportaufgabe: Welche Nutzlast, welches Ladevolumen und welcher Aufbau werden im Alltag gebraucht?
- Gesamtkosten: Wie entwickeln sich Energie-, Wartungs-, Steuer- und Finanzierungskosten über die geplante Nutzungsdauer?
Gerade bei planbaren Strecken können elektrische Nutzfahrzeuge ihre Vorteile ausspielen. Für innerstädtische Lieferungen, Handwerksfahrten und kommunale Aufgaben stehen beispielsweise kompakte Elektro-Kleintransporter zur Verfügung. Wer mehr Ladevolumen oder eine größere Fahrzeugklasse benötigt, findet bei den Elektrotransportern von ARI Motors passende Lösungen für unterschiedliche Gewerbeeinsätze.
Fazit: Der E-Auto-Kauf wird zur wirtschaftlichen Alltagsentscheidung
Rekordzulassungen, pragmatische Kaufmotive und eine Wiederwahlabsicht von 90 Prozent zeigen in dieselbe Richtung: Elektromobilität etabliert sich im Alltag. Geringere Energiekosten stehen für viele Fahrer an erster Stelle, gefolgt von Unabhängigkeit, Klimaschutz und niedrigeren laufenden Kosten.
Für Unternehmen bedeutet das dennoch nicht, dass jedes Elektrofahrzeug automatisch passt. Wer Reichweite, Lademöglichkeit, Transportbedarf und Gesamtkosten anhand realer Betriebsdaten prüft, kann eine fundierte Entscheidung treffen. Je genauer das Einsatzprofil bekannt ist, desto leichter lässt sich das geeignete Fahrzeug auswählen.
Quelle: Flotte.de, „Rekordzulassungen und pragmatische Kaufmotive: E-Mobilität kommt zunehmend im Alltag an“, veröffentlicht am 11. August 2026. Grundlage der genannten Kaufmotive und Befragungswerte ist eine E.ON-Umfrage.
