KBA-Zahlen 2025: E-Autos fahren 35 Prozent mehr als Benziner

18. September 2026

KBA-Zahlen 2025: E-Autos fahren 35 Prozent mehr als Benziner


Elektroautos gelten noch immer gelegentlich als Zweitwagen für kurze Strecken. Neue Daten des Kraftfahrt-Bundesamts zeichnen ein anderes Bild: Reine Elektro-Pkw kamen 2025 auf eine durchschnittliche Jahresfahrleistung von 11.312 Kilometern. Benziner legten im Mittel 8.406 Kilometer zurück. Damit fuhren E-Autos durchschnittlich 2.906 Kilometer beziehungsweise rund 35 Prozent mehr.


Die Zahlen stammen aus der KBA-Statistikreihe „Verkehr in Kilometern“. Sie zeigen nicht nur, wie intensiv einzelne Fahrzeuge genutzt werden. Sie machen auch sichtbar, wie stark die elektrische Fahrleistung im gesamten deutschen Fahrzeugbestand wächst.


E-Autos kommen auf 11.312 Kilometer im Jahr


Laut der Pressemitteilung des Kraftfahrt-Bundesamts lag die durchschnittliche Jahresfahrleistung reiner batterieelektrischer Pkw 2025 bei 11.312 Kilometern. Bei Benzin-Pkw waren es 8.406 Kilometer. Der Abstand beträgt 2.906 Kilometer oder rechnerisch 34,6 Prozent. Gerundet fahren E-Autos damit im Schnitt rund 35 Prozent mehr als Benziner.


Das widerlegt zumindest die pauschale Vorstellung, Elektroautos würden grundsätzlich nur wenig bewegt. Die Statistik zeigt vielmehr: Im realen Fahrzeugbestand werden reine E-Autos im Durchschnitt intensiv genutzt. Sie sagt allerdings nicht, warum das so ist. Aussagen über mögliche Ursachen lassen sich aus den veröffentlichten Zahlen allein nicht ableiten.


Elektrische Fahrleistung wächst deutlich


Auch die gesamte mit batterieelektrischen Pkw zurückgelegte Jahresfahrleistung nahm kräftig zu. Gegenüber 2024 verzeichnete das KBA für reine E-Pkw ein Plus von 25,8 Prozent. Bei Benzinern sank die Fahrleistung dagegen um 1,3 Prozent, bei Diesel-Pkw um 4,1 Prozent.


Verbrenner bestimmen das Verkehrsgeschehen aufgrund ihres großen Bestands weiterhin deutlich. 47,4 Prozent aller mit Pkw gefahrenen Kilometer entfielen 2025 auf Benziner, weitere 35,4 Prozent auf Diesel. Das Wachstum der elektrischen Fahrleistung zeigt dennoch, dass E-Autos im Straßenverkehr zunehmend relevant werden.


Zum Vergleich: Hybrid-Pkw ohne Stecker kamen durchschnittlich auf 13.526 Kilometer im Jahr. Plug-in-Hybride erreichten 13.575 Kilometer, ihre durchschnittliche Jahresfahrleistung ging gegenüber dem Vorjahr jedoch um 4,9 Prozent zurück.


Was genau das KBA ausgewertet hat


Die Statistik basiert nicht auf einer freiwilligen Befragung. Als Datengrundlage dienen Kilometerstände, die Technische Prüfstellen und Überwachungsorganisationen bei Hauptuntersuchungen erfassen. Aus den Differenzen zwischen den Zählerständen ermittelt das KBA die Fahrleistung und rechnet die Ergebnisse mit einem Modellverfahren auf die in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge hoch.


Insgesamt legten die in Deutschland zugelassenen Kraftfahrzeuge 2025 nach Angaben des KBA 674,7 Milliarden Kilometer zurück. Das waren 0,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Pkw entfielen 562,3 Milliarden Kilometer beziehungsweise 83,3 Prozent der gesamten Fahrleistung.


Wichtig für die Einordnung: Die 11.312 Kilometer sind ein Durchschnittswert über reine Elektro-Pkw. Die Statistik vergleicht keine identischen Fahrzeugmodelle unter exakt gleichen Bedingungen. Unterschiede beim Alter der Fahrzeuge, bei Haltergruppen oder Einsatzzwecken können eine Rolle spielen, werden in der Pressemitteilung aber nicht als Ursachen ausgewiesen.


Reichweite und Laden müssen zum Fahrprofil passen


Eine höhere durchschnittliche Fahrleistung bedeutet nicht automatisch, dass jedes Elektroauto eine besonders große Batterie benötigt. Entscheidend ist, wie viele Kilometer zwischen zwei Ladevorgängen anfallen. Wer täglich eine planbare Strecke fährt und zu Hause oder am Arbeitsplatz laden kann, kommt häufig auch mit einer kompakten Batterie gut aus.


Vor dem Kauf sollten deshalb nicht nur maximale Reichweiten verglichen werden. Wichtiger sind die typischen Tageskilometer, verfügbare Ladepunkte, Standzeiten, Winterbetrieb und ausreichende Reserven für ungeplante Wege. Wie stark reale Bedingungen von Prospektwerten abweichen können, erklärt unser Ratgeber Wie realistisch ist die Reichweite von Elektroautos im Alltag?.


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Viele Kilometer machen die Betriebskosten wichtiger


Je intensiver ein Fahrzeug genutzt wird, desto stärker wirken sich Energieverbrauch, Strompreis, Wartung und Wertverlust auf die Gesamtkosten aus. Der Anschaffungspreis allein reicht deshalb für einen sinnvollen Vergleich nicht aus. Für Vielfahrer und Fuhrparks ist entscheidend, welche Kosten über die gesamte Nutzungsdauer entstehen.


Besonders relevant ist der Zugang zu planbaren Ladepunkten. Wer regelmäßig zu Hause oder auf dem Betriebshof lädt, kann Ladezeiten in Standzeiten legen. Eine vorhersehbare Nutzung erleichtert außerdem die Wahl der passenden Batteriegröße und verhindert, dass unnötig viel Kapazität mitgeführt und bezahlt wird. Einen Überblick über die Kostenfaktoren bietet unser Beitrag Elektroauto: Total Costs of Ownership.


Was die Zahlen für Unternehmen bedeuten


Die KBA-Auswertung bezieht sich an dieser Stelle auf Pkw und lässt sich nicht eins zu eins auf Transporter übertragen. Für Unternehmen liefert sie dennoch einen wichtigen Hinweis: Elektrische Fahrzeuge sind im Alltag nicht auf geringe Laufleistungen beschränkt. Entscheidend ist ein Einsatzprofil, das zu Reichweite und Ladeinfrastruktur passt.


Bei planbaren Touren können Betriebe schon vor der Anschaffung prüfen, wie viele Kilometer ein Fahrzeug täglich fährt, wie lange es am Standort steht und welche Lademöglichkeit dort vorhanden ist. So lässt sich die Fahrzeugwahl an der tatsächlichen Aufgabe ausrichten, statt pauschal die größtmögliche Reichweite zu verlangen. Weitere aktuelle Marktdaten finden Sie in unserer KBA-Halbjahresbilanz 2026.


Fazit: E-Autos sind im Alltag angekommen


Die neuen KBA-Zahlen widersprechen dem Bild des kaum genutzten Elektro-Zweitwagens. Reine E-Pkw legten 2025 durchschnittlich 11.312 Kilometer zurück und damit rund 35 Prozent mehr als Benziner. Gleichzeitig stieg die gesamte elektrische Fahrleistung binnen eines Jahres um 25,8 Prozent.


Die Statistik erklärt nicht, wodurch dieser Abstand entsteht. Sie belegt aber, dass Elektroautos bereits heute regelmäßig und intensiv genutzt werden. Für Käufer kommt es deshalb vor allem darauf an, Fahrzeug, Reichweite und Lademöglichkeit passend zum eigenen Fahrprofil auszuwählen.


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