Kosten sparen im Handwerk: Wie Betriebe bei der Mobilität den größten Hebel finden

10. September 2026

Kosten sparen im Handwerk: Wie Betriebe bei der Mobilität den größten Hebel finden


Materialpreise, Energiekosten, Löhne: In den meisten Handwerksbetrieben ist in den vergangenen Jahren fast jede Position teurer geworden. Eine davon fällt besonders auf, weil sie täglich sichtbar wird. Ein Liter Diesel kostete im August 2026 im bundesweiten Monatsdurchschnitt rund 2,22 Euro und lag damit auf einem der höchsten Stände überhaupt. Wer mit drei Fahrzeugen jeden Tag zu Kundinnen und Kunden fährt, merkt das im Monatsabschluss deutlich.


Der Fuhrpark ist damit für viele Betriebe der zweitgrößte Kostenblock nach dem Personal. Gleichzeitig ist er der Block, bei dem die meisten Betriebe am wenigsten genau hinschauen. Genau darin liegt die Chance.


Wo die Mobilitätskosten im Handwerk tatsächlich entstehen


Die Anschaffung eines Fahrzeugs ist eine einmalige Entscheidung. Die Kosten dieser Entscheidung laufen danach sechs bis zehn Jahre weiter. Zu den laufenden Positionen gehören Kraftstoff oder Strom, Kfz-Steuer, Versicherung, Wartung und Verschleißteile, Reifen, Hauptuntersuchung, Reparaturen sowie der Wertverlust. Dazu kommen die Kosten, die in keiner Rechnung auftauchen: Standzeiten in der Werkstatt, Parkplatzsuche in Innenstädten und Fahrzeit, die nicht abrechenbar ist.


Wer Kosten senken will, sollte deshalb nicht den Kaufpreis vergleichen, sondern die Gesamtkosten pro Kilometer über die geplante Haltedauer. Diese Rechnung fällt oft anders aus, als die Preisliste vermuten lässt.


Der größte Hebel: das Fahrzeug an den tatsächlichen Einsatz anpassen


In vielen Betrieben fährt ein 3,5-Tonner mit Kastenaufbau durch die Stadt, obwohl das Fahrzeug im Alltag 40 bis 80 Kilometer am Tag zurücklegt und dabei selten mehr als 300 Kilogramm Werkzeug und Material transportiert. Das Fahrzeug ist für den Ausnahmefall gekauft und wird für den Regelfall bezahlt.


Ein ehrlicher Blick auf die eigenen Touren lohnt sich. Nützlich sind drei Fragen: Wie viele Kilometer fährt jedes Fahrzeug pro Tag wirklich? Wie schwer und wie sperrig ist die tatsächlich übliche Ladung? Wie oft im Jahr tritt der Fall ein, für den das große Fahrzeug angeschafft wurde?


Wenn die Antwort auf die dritte Frage bei fünf bis zehn Tagen im Jahr liegt, ist ein kleineres, sparsameres Fahrzeug im Bestand plus ein Mietfahrzeug für die Ausnahmen fast immer die günstigere Lösung. Kompakte Elektro-Nutzfahrzeuge sind für diesen Regelfall gebaut. Sie sind leichter, verbrauchen weniger, sind in engen Straßen und auf Baustellen deutlich einfacher zu rangieren und brauchen weniger Platz auf dem Betriebshof.


Energiekosten: der Unterschied in Zahlen


Ein Beispiel mit gerundeten, gut nachvollziehbaren Werten. Ein konventioneller Transporter im Stadt- und Regionalverkehr verbraucht realistisch etwa 9 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Bei 2,22 Euro pro Liter sind das rund 20 Euro pro 100 Kilometer.


Der Elektro-Kleintransporter ARI 458 Pro liegt bei rund 3,96 Euro pro 100 Kilometer, gerechnet mit einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem günstigeren Gewerbetarif oder eigenem Solarstrom vom Hallendach sinkt dieser Wert weiter. Wie diese Rechnung im Detail zustande kommt, haben wir in einem eigenen Beitrag zu den Betriebskosten des ARI 458 Pro aufgeschlüsselt.


PositionDiesel-TransporterARI 458 Pro
Verbrauch je 100 kmca. 9 Literca. 13 kWh
Energiekosten je 100 kmca. 20,00 €ca. 3,96 €
Bei 15.000 km im Jahrca. 3.000 €ca. 594 €
Differenz pro Jahrca. 2.400 €
Differenz über 5 Jahreca. 12.000 €

Die Werte sind Bruttowerte zur besseren Vergleichbarkeit. Vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe rechnen auf beiden Seiten netto, das Verhältnis bleibt dabei im Wesentlichen bestehen. Über 12.000 Euro Energiekostendifferenz in fünf Jahren entsprechen bei vielen Betrieben ungefähr dem Umsatz mehrerer kompletter Aufträge, und zwar reiner Gewinn, weil kein zusätzlicher Aufwand dahintersteckt.


Wartung, Verschleiß und Ausfallzeiten


Der zweite große Posten ist die Werkstatt. Ein Elektroantrieb kommt ohne Ölwechsel, ohne Zahnriemen, ohne Abgasanlage und ohne Partikelfilter aus. Damit fallen genau jene Positionen weg, die bei älteren Diesel-Transportern im Stadtverkehr regelmäßig teuer werden.


Für Handwerksbetriebe ist der zweite Effekt oft noch wichtiger: weniger Werkstatttermine bedeuten weniger Tage, an denen ein Fahrzeug und damit ein Monteur nicht produktiv ist. Diese Kosten stehen in keiner Rechnung, treffen aber direkt die Auslastung.


Ein Hinweis zur Fahrzeugauswahl: ARI Leichtfahrzeuge sind bewusst modular und technisch überschaubar aufgebaut. Die Akkus sind im Vergleich zu denen großer Elektro-SUV klein, als Standard kommt LiFePO4 zum Einsatz. Das hält sowohl die Ladezeiten an einer normalen Steckdose als auch die Ersatzteilkosten in einem für den Betriebsalltag sinnvollen Rahmen.


Steuerliche Hebel 2026, die Betriebe wirklich nutzen können


Hier lohnt sich eine klare Unterscheidung, weil in der Presse gerade zwei sehr unterschiedliche Themen durcheinandergehen.


Die neue Kaufprämie ist nichts für Ihren Betrieb. Die seit 2026 laufende E-Auto-Förderung des Bundes richtet sich ausschließlich an Privatpersonen mit Hauptwohnsitz in Deutschland und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen unterhalb festgelegter Grenzen. Gefördert werden ausschließlich neu zugelassene Fahrzeuge der Klasse M1. Unternehmen, Fuhrparkbetreiber und Autohäuser sind nicht antragsberechtigt, eine gewerbliche Nutzung schließt die Förderung aus. Wer als Betrieb kauft, sollte diesen Weg also gar nicht erst einplanen. Die Details stehen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle.


Die Turboabschreibung dagegen ist genau für Sie gemacht. Für Elektrofahrzeuge, die zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027 angeschafft werden, können Unternehmen im Anschaffungsjahr 75 Prozent der Anschaffungskosten abschreiben. In den Folgejahren geht es mit 10, 5, 5, 3 und 2 Prozent weiter. Eine zeitanteilige Kürzung bei unterjähriger Anschaffung entfällt. Nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums gilt die Regelung ausdrücklich auch für gebrauchte Elektrofahrzeuge, nicht nur für Neufahrzeuge.


Was das konkret bedeutet: Bei einem Fahrzeug für 15.790 Euro netto lassen sich im ersten Jahr rund 11.840 Euro geltend machen. Je nach Steuersatz des Betriebs entsteht daraus ein spürbarer Liquiditätseffekt bereits im Anschaffungsjahr. Die genaue Wirkung hängt von Rechtsform, Gewinnsituation und der Wahl zwischen den Abschreibungsmethoden ab, das gehört auf den Tisch Ihrer Steuerberatung.


Kfz-Steuer. Reine Elektrofahrzeuge sind von der Kfz-Steuer befreit. Die Befreiung gilt für bis zu zehn Jahre, längstens bis Ende 2035, und setzt eine Erstzulassung bis Ende 2030 voraus. Bei einem Fuhrpark mit mehreren Fahrzeugen summiert sich das über die Haltedauer.


THG-Quote. Für jedes zugelassene Elektrofahrzeug lässt sich jährlich die Treibhausgasminderungsquote vermarkten. ARI Motors bietet dafür eine eigene Anlaufstelle unter ari-motors.thg-quoten.de. Wichtig für die Buchhaltung: Bei gewerblich genutzten Fahrzeugen ist die THG-Prämie eine steuerpflichtige Betriebseinnahme.


Regionale Programme. Einzelne Bundesländer und Kommunen fördern gewerbliche Elektrofahrzeuge und Ladeinfrastruktur zusätzlich. Ein Blick auf die Programme der eigenen Region vor der Bestellung lohnt sich, weil Anträge fast immer vor dem Kauf gestellt werden müssen.


Laden auf dem Betriebshof statt Tanken auf dem Weg


Ein Punkt, der in Kostenrechnungen oft fehlt: Ein Elektrofahrzeug wird dort geladen, wo es ohnehin steht. Der Umweg zur Tankstelle, die Wartezeit und die Belegzettel entfallen. Bei fünf Fahrzeugen und je einer Tankfahrt pro Woche kommen so schnell mehrere Arbeitsstunden im Monat zusammen.


Für den Einstieg reicht bei kompakten Fahrzeugen häufig eine normale Steckdose über Nacht. Wer eine Photovoltaikanlage auf der Halle betreibt, senkt die Energiekosten pro Kilometer noch einmal deutlich, weil der selbst erzeugte Strom im Betrieb genau dann anfällt, wenn die Fahrzeuge zwischen zwei Einsätzen stehen.


Welche Fahrzeuge für Handwerksbetriebe infrage kommen


Welches Fahrzeug passt, hängt vom Gewerk ab. Für Maler, Elektriker, Sanitärbetriebe und Servicetechniker mit überschaubarer Ladung ist der ARI 458 Pro ab 15.790 Euro netto meist die wirtschaftlichste Wahl. Er nimmt bis zu 850 Kilogramm Nutzlast auf und ist in über 30 Aufbauvarianten erhältlich, unter anderem als Pritsche, Kipper und Kofferaufbau. Für Garten- und Landschaftsbau ist die Kipper-Variante besonders interessant.


Wird mehr Volumen gebraucht, beginnt der Bereich der ARI Elektrotransporter. Der ARI 901 trägt rund 900 Kilogramm und ist als Kastenwagen, Pritsche, Kipper und mit Kofferaufbau verfügbar. Der ARI 901 XL und der ARI 1710 sind reine Kastenwagen mit bis zu 1.375 beziehungsweise 1.475 Kilogramm Nutzlast und bis zu 12 Kubikmetern Ladevolumen. Eine Übersicht finden Sie auf der Seite zu den ARI Kastenwagen.


Eine nach Gewerken sortierte Übersicht mit Aufbauvorschlägen haben wir auf der Seite Elektro Maler- und Handwerker-Fahrzeuge zusammengestellt.


Häufige Fragen


Lohnt sich ein Elektrofahrzeug auch bei geringer Jahresfahrleistung? Bei sehr geringen Fahrleistungen dauert es länger, bis sich der Energiekostenvorteil rechnet. Dafür wirken Kfz-Steuerbefreiung, Turboabschreibung und die geringeren Wartungskosten unabhängig von der Kilometerzahl. Ab etwa 8.000 bis 10.000 Kilometern im Jahr fällt die Gesamtrechnung in den meisten Fällen zugunsten des Elektrofahrzeugs aus.


Reicht die Reichweite für einen Handwerkertag? Der ARI 458 Pro schafft je nach Akkuvariante 120 bis 230 Kilometer, der ARI 901 rund 250 Kilometer. Da die meisten Handwerksbetriebe im Tagesbetrieb deutlich darunter bleiben, ist das nächtliche Laden auf dem Betriebshof in der Regel ausreichend.


Können auch gebrauchte Elektrofahrzeuge abgeschrieben werden? Nach Auffassung des Bundesfinanzministeriums gilt die 75-prozentige Abschreibung ausdrücklich auch für gebrauchte Elektrofahrzeuge. Die Anschaffung muss im begünstigten Zeitraum bis Ende 2027 erfolgen. Sprechen Sie den konkreten Fall mit Ihrer Steuerberatung durch.


Wie hoch sind die Versicherungskosten? Über Partner von ARI Motors sind für die Fahrzeuge günstige Tarife möglich. Leichtfahrzeuge der Klasse L7e liegen dabei häufig unter den Sätzen konventioneller Transporter, weil Fahrzeuggewicht und Höchstgeschwindigkeit niedriger sind.


Fazit


Der größte Kostenhebel im Handwerk liegt nicht im Verhandeln des Kaufpreises, sondern in der Frage, ob das Fahrzeug zur tatsächlichen Aufgabe passt. Wer den Regelfall statt des Ausnahmefalls kauft, spart bei Energie, Wartung, Steuer und Versicherung gleichzeitig. Die Turboabschreibung von 75 Prozent macht diesen Schritt bis Ende 2027 zusätzlich attraktiv, weil ein großer Teil der Investition im Anschaffungsjahr steuerlich wirkt.


Wenn Sie wissen möchten, welches Fahrzeug zu Ihren Touren passt, sprechen Sie uns an. Wir rechnen die Konfiguration gemeinsam mit Ihnen durch.


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